Trends und Ausblicke

2019

Trends

Mehr denn je sind gute Sprachkenntnisse eine wichtige Voraussetzung für die berufliche Qualifikation und Karriereplanung. Bereits während der Schullaufbahn investieren Eltern vermehrt in die Aus- und Weiterbildung ihrer Kinder und ermöglichen ihrem Nachwuchs schon früher erste Auslandserfahrungen in Form einer Sprachreise.

Eine Verbesserung der Qualifikation vor allem in Englisch steht nach wie vor im Vordergrund. Aber auch andere Sprachen wie Spanisch und Französisch stehen hoch im Kurs, was sicherlich bei Kindern- und Jugendlichen auf die Fremdsprachenangebote in den weiterführenden Schulen zurückzuführen ist. Neben den klassischen Sprachreiseangeboten sieht der FDSV auch weiterhin eine steigende Nachfrage an Sprachreise-Sonderformaten wie beispielsweise Abitur- und Universitätsvorbereitungskurse.

Gemessen an den Teilnehmerzahlen büßte Großbritannien trotz der Brexit-Verhandlungen nur 2,94 % Prozentpunkte ein. Aufgrund der noch laufenden Brexit-Verandlungen und des weiterhin verschobenen Austrittsdatums ist der Markt im Augenblick verunsicherter denn je. Die möglichen negativen Auswirkungen auf einen Sprachaufenthalt lassen die Buchungen nach Großbritannien für das laufende Jahr stagnieren. Die Gewinner im europäischen Raum sind vor allem Malta und Irland. Da kann noch nicht einmal das Englische Pfund, das im Vergleich zum Euro leicht nachgegeben hat, die Attraktivität von Sprachreisen nach Großbritannien beflügeln.

Ähnlich sieht es bei einem Vergleich zwischen den USA und Kanada aus. Aufgrund des Trump-Effekts halten sich die USA-Buchungen auf Vorjahresniveau. Während die Nachfrage im Bereich der Erwachsenen leicht gestiegen ist, sind die Buchungen für Schülersprachreisen im Gegenzug etwas gesunken. Davon profitierte erneut Kanada mit einem Buchungsanstieg um 0,69 Prozentpunkte im Bereich der Schülersprachreisen. Diese Tendenz hält auch im ersten Quartal 2019 weiter an.

Das Interesse an Sprachcamps in Deutschland erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit. Diese Angebote sind nicht nur für jüngere Teilnehmer oder für kurze Aufenthalte eine gute Alternative zur klassischen Sprachreise im Ausland, sondern bieten auch ein interessantes Preis-Leistung-Verhältnis. Zusätzlich stellen der Sicherheitsaspekt, die unkomplizierte Anreise und die Nähe zum Heimatort für Eltern ein wichtiges Auswahlkriterium dar.

Ein weiterer Trend geht in Richtung kürzerer, exklusiverer Reiseformate. Des Weiteren werden die Buchungen immer kurzfristiger getätigt. Die Beratung wird stetig komplexer und so sehen wir bereits in den Ergebnissen von 2018, dass mehr Mitarbeiter im Verhältnis weniger Kunden betreuen, dafür umso intensiver. Dies wirkt sich letztlich negativ auf die Produktivität der Mitarbeiter aus.

Nach positiven Vorjahresergebnissen rechnen die Mitgliedsunternehmen des Fachverbands Deutscher Sprachreise-Veranstalter e.V. (FDSV) für 2019 mit stabilen Teilnehmerzahlen. Aufgrund der angespannten weltpolitischen Lage, der Brexit-Verhandlungen und der Trump-Politik in den USA bleibt die weitere Entwicklung jedoch abzuwarten.