2019

Die Zahl der Teilnehmer sank um 15,04 % zum Vorjahr. Ein direkter Vergleich zu den Vorjahresergebnissen lässt sich jedoch nicht vornehmen, da an der Umfrage nicht die exakt gleichen Unternehmen teilgenommen haben.

Genauso sieht es bei den Umsätzen aus Sprachreiseveranstaltungen aus. Diese sind im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 22,69 % zurückgegangen, der Umsatz pro Mitarbeiter ist allerdings um 12,76 % gestiegen.

Der Anteil der Schüler an der Gesamtzahl der Teilnehmer ist mit 63,56 % deutlich größer als der der Erwachsenen mit nur 36,44 %.

Durchschnittlich dauerte eine Sprachreise knapp 14 Tage und kostete 1.261 Euro (minus 4,90 % zum Vorjahr). Somit ist der durchschnittliche Reisepreis seit 2017 um insgesamt 17,20 % gesunken.

Sprachen

Englisch behauptet mit 79,06 % aller gebuchten Sprachreisen weiterhin unangefochten seinen Spitzenplatz als wichtigste Zielsprache. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der bereits hohe Wert um weitere 2,45 Prozentpunkte gesteigert werden. Während Englisch-Sprachreisen bei den Erwachsenen 58,83 % ausmachen, liegt der Anteil bei den Jugendlichen bei 91,58 %.

Im Erwachsenenbereich hat sich Spanisch mit 20,67 % (+1,18 Prozentpunkte) als zweitwichtigste Zielsprache vor Französisch mit 9,89 % (-0,10 Prozentpunkte) und Italienisch mit 5,79 % (+0,45 Prozentpunkte) etabliert. Das Interesse an Chinesisch ist im Vergleich zum Vorjahr um 0,20 Prozentpunkte gestiegen, während Russisch einen leichten Rückgang verzeichnet. Ein Trend lässt sich bei diesen Sprachen jedoch aufgrund der immer noch geringen Teilnehmerzahlen am Gesamtvolumen nicht erkennen. Alle weiteren Sprachen wie Japanisch, Arabisch oder Türkisch nehmen mit 3,42 % im Erwachsenenbereich nach wie vor nur eine Nischenposition ein.

Für Schüler ist nach Englisch mit 91,58 % (+0,03 Prozentpunkte) Französisch die zweitwichtigste Sprache mit 4,85 % (+0,24 Prozentpunkte), gefolgt von Spanisch mit 3,34 % (+0,06 Prozentpunkte). Andere Sprachen spielen bei Schülern nur eine sehr geringe Rolle. Die Nachfrage lässt sich im Schülersegment auf die sprachlichen Angebote an den weiterführen Schulen zurückführen.

  • Verteilung nach Sprachen
ErwachseneSchülerGesamt
2019
in %
2018 in %Verände-
rung
2019
in %
2018
in %
Verände-
rung
2019
in %
2018
in %
Englisch58,8359,510,6891,5891,550,0379,0676,61
Französisch9,899,99-0,104,854,610,246,777,12
Spanisch20,6719,491,183,340,061,059,9710,84
Italienisch5,795,340,450,170,160,012,322,57
Russisch
0,700,73-0,030,010,010,002,322,57
Chinesisch
0,710,510,200,020,04-0,020,280,26
andere Sprachen3,42-1,020,120,030,36-0,331,322,26

Zielgebiete

Großbritannien hält mit insgesamt 50,11 % unangefochten den Spitzenplatz unter den Zielgebieten. Ein Fünftel (19,36 %) aller Erwachsenen und gut zwei Drittel aller Jugendlichen (69,28 %) fuhren nach Großbritannien. Dies bedeutet ein Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr um insgesamt 5,03 Prozentpunkte.

Malta bleibt mit 17,47 % aller Teilnehmer (-0,23 Prozentpunkte) das zweitbeliebteste Sprachreiseziel und wurde als klimatisch begünstigte Ganzjahresdestination von 20,74 % der Erwachsenen und 15,43 % der Schüler favorisiert.

Weitere Zielgebiete sind Spanien (7,80 %), Frankreich (6,00 %), Irland (2,55 %), Kanada (2,48 %), USA (2,47 %) und Italien (2,33 %). Im Vergleich zum Vorjahr haben sich fast gleich viele Teilnehmer für die USA beziehungsweise für Kanada entschieden. Die USA büßten jedoch 0,77 Prozentpunkte ein. Die leichten Rückläufe in den USA verschafften nicht wie erwartet Kanada Zuwächse. Kanada verzeichnet, ähnlich wie die USA, rückläufige Buchungszahlen (-0,83 Prozentpunkte).

Die Nachfrage von Sprachreisen nach Lateinamerika konnte um 0,82 Prozentpunkte gesteigert werden. Spanien verlor hingegen 1,10 Prozentpunkte. Einen erneuten Zuwachs von insgesamt 0,22 Prozentpunkten konnten Länder wie Japan, Griechenland oder die Türkei erzielen, die alle unter „andere Ländern“ zusammengefasst sind.

Im Bereich der Schülersprachreisen stieg die Nachfrage in Irland um 0,17 Prozentpunkte und in Spanien um 0,14 Prozentpunkte.

Sprachcamps für Schüler in Deutschland bzw. in den angrenzenden deutschsprachigen Ländern sind mit 3,46 % zunehmend eine beliebte Alternativen zur Reise ins Ausland.

  • Verteilung nach Zielgebieten
ErwachseneSchülerGesamt
2019
in %
2018 in %Verände-
rung
2019
in %
2018
in %
Verände-
rung
2019
in %
2018
in %
Großbritannien19,3620,63-1,2769,2866,193,0950,1145,08
Irland4,494,65-0,161,341,170,172,55
2,79
Malta20,74
17,403,3415,4317,11-1,6817,47
17,24
USA
4,195,28-1,091,391,48-0,092,47
3,24
Kananda4,324,93-0,611,341,91-0,572,48
3,31
Australien
2,382,42-0,040,050,050,000,95
1,15
Neuseeland
1,351,230,120,000,01-0,010,52
0,58
Südafrika1,801,87-0,070,010,010,000,70
0,87
Spanien
15,0615,58-0,523,273,130,147,808,90
Lateinamerika6,153,342,890,010,00-0,012,37

1,55
Frankreich9,759,690,063,665,00-1,346,00
7,17
Italien5,895,440,450,110,33-0,222,33
2,70
Russland0,650,590,060,010,010,000,250,28
China/Taiwan0,660,420,240,020,04
-0,020,27
0,22
deutschspr. Länder*0,000,22-0,223,463,36

0,102,13
1,91
andere Länder3,216,30-3,090,620,21
0,412,13
1,91

Aufenthaltsdauer

Die durchschnittliche Dauer einer Sprachreise betrug knapp zwei Wochen (1,65 Wochen) und ist somit im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen. Für Fernziele wie Australien, Neuseeland oder Südafrika wurden hingegen mindestens drei bis vier Wochen veranschlagt.

In den deutschsprachigen Ländern verweilten die Teilnehmer oft nur eine Woche. Hier macht, abgesehen von der sehr jungen Zielgruppe dieser Programme, die meist kurze und unkomplizierte Anreise einen Aufenthalt auch schon ab einer Woche attraktiv.

Insgesamt geht die Tendenz durchwegs zu kürzeren Aufenthalten.

  • Aufenthaltsdauer in Wochen
20192018
Gesamt1,652,07
Großbritannien1,431,74
Irland1,902,01
Malta1,571,94
USA2,513,1
Kanada2,583,12
Australien

3,184,41
Neuseeland
2,883,94
Südafrika
2,262,49
Frankreich
2,052,02
Spanien
1,952,11
Lateinamerika
1,552,60
Italien
1,771,90
China/Taiwan
2,882,62
Russland
2,122,58
deutschspr. Länder
1,201,91
andere Länder2,243,89

Altersgruppen

Der Anteil der Schülersprachreisen an der Gesamtzahl der Teilnehmer ist mit 63,56 % fast doppelt so groß wie der Anteil der Erwachsenen mit nur 36,44 %. Der Anteil der männlichen bzw. weiblichen Teilnehmer ist bei den Schüler- und Erwachsenen-Sprachreisen mittlerweile ausgewogen, wobei der Anteil der weiblichen Teilnehmer in der Altersgruppe 14 bis 30 um durchschnittlich 3,86 Prozentpunkte über dem der Männlichen lag.

47,12 % aller Teilnehmer waren zwischen 14 und 17 Jahre alt. Der Anteil der 18- bis 30-Jährigen lag bei 16,36 % und die Zielgruppe 50-plus lag bei 7,51 %, was ein Rückgang um 2,59 Prozentpunkte bedeutet. Einen wohl ersten Sprachaufenthalt traten 16,44 % in der Altersgruppe der 6- bis 13-Jährigen an, was einen Zuwachs um 3,86 Prozentpunkte ergibt. Von den Sprachreiseteilnehmern in der Altersgruppe der 14- bis 17-Jährigen nahmen im Durchschnitt 5,20 % an Erwachsenen-Kursen teil.

  • Übersicht der Altersgruppen in %
6 bis 13 Jahre16,44
14 bis 17 Jahre47,12
18 bis 30 Jahre16,36
31 bis 49 Jahre12,57
50-plus Jahre
7,51

Kursarten & Programmangebote

Neben den klassischen Kursarten wie Standard-, Intensiv- oder Businesskurs bieten die Sprachreise-Veranstalter eine Vielzahl an speziellen Kursarten an. Die Angebote von Internatsaufenthalten, Universitätsvorbereitungskursen und Freiwilligenprogrammen wurden weiter ausgebaut. Weniger Kursangebote gab es hingegen bei Praktikumsprogrammen und bei Prüfungsvorbereitungskursen.

  • Angebote in Unternehmen vorhanden
    (% der Unternehmen)
20192018
Abiturvorbereitungskurse

86,3686,96
Prüfungsvorbereitungskurse
72,7378,26
Universitätsvorbereitungskurse
36,3630,43
Sprachkurs mit Sport-/Kulturprogramm
77,2782,61
Work & Travel
31,8230,43
Freiwilligenarbeit/Volunteering
22,7321,74
Praktikumsprogramme
40,9147,83
50-plus-Kurse
63,6460,87
Internatsaufenthalte (mit Sprachkurs und
Sportprogramm während der Ferien)
50,0039,13

Reklamationsquote

Erfreulich niedrig ist die Reklamationsquote von nur 1,71 % – insbesondere, wenn man die komplexen Reiseleistungen berücksichtigt. Neben den allgemeinen Reiseleistungen spielen beispielsweise die positiven Erfahrungen der Unterbringung in Privatunterkünften sowie die Zufriedenheit mit dem Sprachunterricht und den Lehrkräften eine große Rolle. Von den eingegangenen Reklamationen wurden jedoch nur 1,09 % realisiert.

Marketing

Für die Vermarktung der Sprachreiseprodukte gaben die Unternehmen in 2019 durchschnittlich 30,18 % für die Offline-Werbung aus. Darin enthalten sind beispielsweise Druckkosten für Werbematerialien (Kataloge, Flyer), Kosten für Messeauftritte oder Anzeigenwerbung. Für die Online-Werbung gaben die befragten Unternehmen hingegen 69,82 % ihres Werbebudgets aus.

Es wurden gut zwei Katalogtitel pro Anbieter produziert, was eine Steigerung um
12,37 % bedeutet. Die Kataloge umfassten ca. 100 Seiten, was einem Rückgang um 31 Seiten im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Trends und Ausblicke auf das Geschäftsjahr 2020

Die diesjährigen Ergebnisse der Markterhebung erscheinen inmitten der Corona-Krise.

Die Sprachschul- und Sprachreisebranche ist aktuell zum völligen Erliegen gekommen. Trends und Ausblicke sind daher unter den momentanen Umständen nur schwer möglich. Sprachschulen und Sprachreiseanbieter versuchen derzeit mit alternativen Online-Sprachkursen die schwierige Lage etwas zu überbrücken.

Eines ist jedoch sicher, der Bedarf nach Weiterbildungsangeboten im Bereich Sprache ist weltweit ungebrochen hoch. Im Erwachsenenbereich werden daher die Buchungen mit großer Wahrscheinlichkeit schnell wieder anziehen. Bei den Schülersprachreisen steht und fällt das Buchungsverhalten mit der Aufhebung der weltweiten Reiswarnungen und der weiteren Eindämmung der Pandemie. Sollte sich die Lage bis Mai wieder entspannen, kann ein Teil des Sommergeschäftes noch gerettet werden. Klassenfahrten sind jedoch zum Großteil bereits bis Schuljahresende abgesagt. Hier lässt sich nur auf das nächste Schuljahr hoffen.

Abzuwarten bleibt außerdem, wie sich der Brexit auf das Buchungsverhalten der Kunden auswirkt und wie der politische Kurs der Amerikaner im Ausland gewertet wird.

Ein Trend ging auch in 2019 bereits hin zu kürzeren Sprachaufenthalten. Des Weiteren werden die Buchungen mit Sicherheit immer kurzfristiger getätigt werden, um auf eventuelle Probleme noch reagieren zu können. Die Beratung hingegen wird immer komplexer.

Für mehr Hintergrundinformationen und bei Fragen zur Marktanalyse wenden Sie sich bitte direkt an den FDSV