Trends und Ausblicke auf das Geschäftsjahr 2022

Die diesjährigen Ergebnisse der Markterhebung erscheinen nach zwei Jahren Corona-Pandemie.

Die Sprachschul- und Sprachreisebranche ist seit dem 16. März 2020 quasi zum völligen Erliegen gekommen. Trends und Ausblicke sind trotz der momentan etwas abflauenden Corona-Pandemie nur schwer möglich, da neue Unwägbarkeiten wie der Ukraine-Krieg hinzugekommen sind.

Diese Auswirkungen machen sich bereits jetzt erneut in einem zögerlichen Buchungsverhalten bemerkbar. Insbesondere der Sprachschulmarkt aus Russland und der Ukraine ist massiv eingebrochen.

Eines zeigt sich trotzdem deutlich: Der Bedarf nach Weiterbildungsangeboten im Bereich Sprache ist weltweit ungebrochen hoch.

Im Erwachsenenbereich rechnet der Fachverband zum Frühjahr wieder mit einem signifikanten Buchungsanstieg. Insbesondere Schulabgänger dursten nach Sprachlernformaten und auch die Nachfrage nach Bildungsurlaub zieht stark an. Hier bemerken die Mitgliedsunternehmen des FDSV einen gewissen Nachholeffekt.

Bei den Schülersprachreisen ist die Buchungslage seit Anfang dieses Jahres sehr gut, auch wenn die Ukraine-Krise dem positiven Jahresstart Anfang März kurzzeitig einen Dämpfer versetzt hat.

Insbesondere Schülersprachreisen nach Großbritannien werden derzeit stark nachgefragt, nachdem die Einreise im letzten Jahr pandemiebedingt nicht ohne Quarantäne möglich war. Auch die Buchungen für Malta und Irland ziehen wieder an, nachdem auch hier im vergangenen Jahr die Einreise zumindest teilweise nur unter erschwerten Bedingungen möglich war.

Gewinner waren in 2021 Frankreich, Spanien und Italien, da es in diese Europäischen Länder insbesondere über die Sommermonate keine verschärften Einreisebeschränkungen gab.

Sprachcamps in Deutschland bzw. in den angrenzenden deutschsprachigen Ländern waren mit 20,41 % ebenfalls eine beliebte Alternative. Dennoch sprechen wir auch hier von Zahlen auf niedrigem Pandemie-Niveau.

Die Aufenthaltsdauer betrug im Geschäftsjahr 2021 durchschnittlich zwei Wochen und hat damit das Vor-Pandemie Niveau wieder erreicht.

Grundsätzlich steht und fällt das Buchungsverhalten mit der Aufhebung der weltweiten Reiswarnungen und den zu erwartenden Auflagen nach der Rückkehr nach Deutschland.

Destinationen wie Australien und Neuseeland waren zwei Jahre gar nicht zu bereisen. Hier startet das Geschäft bisher noch recht verhalten. Ähnlich verhält sich die Nachfrage nach Sprachaufenthalten in den USA und Kanada.

Nach wie vor steht die Sicherheit der Sprachreiseteilnehmer absolut im Vordergrund und so wägen insbesondere Eltern bis zuletzt ab, ob die Sicherheitslage es zulässt, ihr Kind auf eine Sprachreise zu schicken. Das ist mit Sicherheit auch der Grund, dass Buchungen verstärkt kurzfristig vorgenommen werden, was wiederum eine Herausforderung für die Sprachreise-Teams in den Unternehmen darstellt.

Klassenfahrten sind größtenteils bis nach den Osterferien abgesagt. Hier bleibt es abzuwarten, wie spontan Fahrten noch vor den Sommerferien realisiert werden können, da sich Schulfahrten nun auf einen engeren Zeitraum konzentrieren und dadurch unter Umständen nicht alle zum Zuge kommen.

Abzuwarten bleibt weiterhin, wie sich der Brexit weiter auf das Buchungsverhalten der Kunden nach Großbritannien auswirkt.

Ein Trend zeichnet sich weiter ab: Buchungen werden immer kurzfristiger realisiert, um noch auf eventuelle Probleme und Änderungen reagieren zu können. Die Beratung hingegen wird immer komplexer, was die Sprachreiseveranstalter durchaus als Chance begreifen, ihre qualifizierten Leistungen am Markt zu positionieren.

Der FDSV ist mit Prognosen jedoch recht vorsichtig, da die Entwicklung des Ukraine-Kriegs sowie der Corona-Pandemie in den nächsten Herbst und Winter hinein abgewartet werden muss.

Zusammenfassend blickt der FDSV verhalten positiv auf das restliche Jahr 2022 und hofft auf eine baldige Beendigung des Ukraine-Kriegs.